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Carinthia G-Loft ESG Jacket

Carinthia G-LOFT® ESG Jacket – GearReview

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Die Carinthia G-LOFT® ESG Jacket ist eine leichte und gleichzeitig erstaunlich robuste Isolationsjacke. ESG steht dabei für „Essential Garment“. Carinthia positioniert sie als vielseitige Wärmejacke, die einen alltagstauglichen Schnitt mit der hauseigenen G-LOFT®-Isolation verbindet.

Für mich liegt ihre Stärke allerdings weniger im Alltag als vielmehr dort, wo Ausrüstung tatsächlich beansprucht wird: Bergmärsche, Outdoor-Aktivitäten, Ausbildung, Biwak und längere Aufenthalte draußen. Besonders interessant ist dabei die Kombination aus guter Wärmeleistung, vergleichsweise niedrigem Gewicht und robust ausgeführten Bereichen an Schultern und Armen.

Ich nutze die Jacke in Olive und Größe M.

Daten

Hersteller: Carinthia
Modell: G-LOFT® ESG Jacket
Farbe: Olive
Getestete Größe: M
Größen: S–XXL
Gewicht: ca. 540 g in Größe M

Isolation:
G-LOFT®, 100 % Polyester

  • Körper: 100 g

  • Arme: 60 g

Außenstoff:
100 % Polyamid

Innenstoff:
100 % Polyamid

Features

  • zwei seitliche Reißverschlusstaschen

  • linke Seitentasche gleichzeitig als Packsack nutzbar

  • Reißverschluss-Innentasche

  • zusätzliche große Mesh-Innentaschen

  • Ärmelabschlüsse mit Pulswärmern

  • verstellbarer Saum

  • Kinnschutz

  • verstärkte bzw. besonders robuste Bereiche an Schultern und Armen

  • G-LOFT® Kunstfaserisolation

Die ESG gehört damit nicht zu den ultraleichten Isolationsjacken. Dafür bekommt man eine Jacke, die meiner Erfahrung nach deutlich mehr mechanische Belastung verträgt, als man es von vielen leichten Wärmejacken gewohnt ist.

Taschen

Auf beiden Seiten befinden sich klassische Außentaschen mit Reißverschluss. Sie bieten genügend Platz für Gegenstände, die schnell erreichbar sein sollen.

Eine Besonderheit ist die linke Seitentasche. Diese ist gleichzeitig als Packsack für die Jacke ausgelegt. Dadurch lässt sich die ESG kompakt verstauen, ohne einen separaten Packsack mitführen zu müssen.

Im Inneren befindet sich außerdem eine Reißverschlusstasche.

Für mich im praktischen Einsatz besonders interessant sind allerdings die großen Mesh-Taschen auf der Innenseite.

Diese haben sich unterwegs als sehr praktisch erwiesen. Nach einem anstrengenden Marsch kann dort beispielsweise ein verschwitzter Schlauchschal untergebracht werden. Ebenso lassen sich feuchte oder nasse Socken körpernah in den Mesh-Taschen verstauen.

Durch die Körperwärme und die warme Luft innerhalb der Jacke können solche kleineren Bekleidungsstücke während einer Pause oder beim weiteren Tragen zumindest angetrocknet werden.

Gerade draußen ist das ein kleines Detail, das sich als überraschend nützlich herausgestellt hat.

Features

Isolation

Das Herzstück der ESG ist die G-LOFT® Kunstfaserisolation.

Am Körper kommen 100 g G-LOFT® zum Einsatz, während die Arme mit 60 g leichter isoliert sind. Damit bleibt der Rumpf, wo die Wärme besonders benötigt wird, stärker geschützt, während an den Armen etwas Material und Volumen eingespart wird.

In der Praxis empfinde ich die Wärmeleistung für das Gewicht als sehr gut.

Besonders interessant wird die Kunstfaserisolation allerdings bei Feuchtigkeit.

Wärme trotz Feuchtigkeit

Genau hier hat mich die ESG im praktischen Einsatz überzeugt.

Nach einem Bergmarsch oder einem längeren Aufstieg mit Rucksack ist der Rücken teilweise komplett verschwitzt. Gerade unter dem Rucksack sammelt sich viel Feuchtigkeit und die darunterliegende Bekleidung kann entsprechend nass sein.

Zieht man anschließend während einer Pause eine Isolationsjacke über, kommt diese zwangsläufig mit der feuchten Bekleidung in Kontakt.

Bei der ESG hat sich das für mich bisher als unproblematisch erwiesen.

Selbst wenn die Jacke durch die darunterliegende Kleidung Feuchtigkeit aufnimmt, liefert sie weiterhin eine für mich sehr gute Wärmeleistung.

Das ist für mich einer der wichtigsten Vorteile der Jacke.

Gerade bei körperlich anstrengenden Aktivitäten möchte ich nicht erst warten müssen, bis meine Bekleidung vollständig trocken ist. Nach dem Marsch wird die ESG übergezogen und beginnt direkt ihre eigentliche Aufgabe zu erfüllen: den Körper warmzuhalten.

Dabei sollte man natürlich zwischen einer durch Schweiß und feuchte Bekleidung nass gewordenen Jacke und vollständigem Durchnässen durch starken Regen unterscheiden. Die ESG ersetzt keine wasserdichte Hardshell.

Als Isolationsschicht unter feuchten Bedingungen funktioniert sie meiner Erfahrung nach aber ausgesprochen zuverlässig.

Material

Ein weiterer Punkt, der mir an der ESG besonders gefällt, ist ihre Robustheit.

Viele leichte Isolationsjacken sparen Gewicht über sehr dünne Außenmaterialien. Das funktioniert hervorragend, solange die Jacke hauptsächlich unter einer Hardshell getragen wird oder wenig Kontakt mit rauen Oberflächen bekommt.

Im Gelände sieht das allerdings schnell anders aus.

Fels, Äste, Ausrüstung oder andere raue Gegenstände können dünne Stoffe schnell beschädigen.

Bei der ESG sind insbesondere Schulter- und Armbereiche mit einem deutlich robusteren, wabenartig strukturierten Material ausgeführt.

Und genau dort ergibt die zusätzliche Materialstärke Sinn.

Beim Bewegen im felsigen Gelände kommt es immer wieder vor, dass man mit Schulter, Oberarm oder Ellenbogen Kontakt zum Fels bekommt. Ebenso scheuern Rucksackträger dauerhaft über die Schulterbereiche.

Hier vermittelt die ESG deutlich mehr Vertrauen als eine klassische ultraleichte Isolationsjacke.

Abriebschutz

Das robuste Material an Armen und Schultern hat sich bei mir bislang sehr gut bewährt.

Beim Kontakt mit Felsen oder anderen rauen Oberflächen schützt es die Jacke zuverlässig vor Abrieb. Natürlich ist auch dieser Stoff nicht unzerstörbar, aber man hat nicht permanent das Gefühl, dass bereits der nächste Kontakt mit einer scharfen Kante ein Loch in der Jacke hinterlassen könnte.

Gerade für eine Jacke, die beim Bergsport oder bei anderen Outdoor-Aktivitäten eingesetzt wird, halte ich diese Materialwahl für sinnvoll.

Carinthia nimmt hier etwas zusätzliches Gewicht in Kauf und erhält dafür eine deutlich robustere Konstruktion.

Für mich ist das der richtige Kompromiss.

Ärmel

Die Ärmel sind im Vergleich zum Körper etwas leichter isoliert.

An den Ärmelabschlüssen befinden sich integrierte Pulswärmer. Diese schließen den Übergang zwischen Hand und Jacke angenehm ab und verhindern, dass kalte Luft direkt in den Ärmel zieht.

Besonders in Ruhephasen empfinde ich dieses kleine Detail als angenehm.

Gleichzeitig bleiben die Hände frei und Handschuhe können problemlos darüber oder entsprechend kombiniert getragen werden.

Saum und Kragen

Der Saum der ESG lässt sich verstellen. Dadurch kann die Jacke im unteren Bereich enger an den Körper gezogen werden.

Das verhindert, dass warme Luft unnötig nach unten entweicht oder kalte Luft von unten in die Jacke gelangt.

Auch der hochgezogene Frontbereich ist sinnvoll gestaltet. Der Reißverschluss endet mit einem Kinnschutz, sodass der Zipper bei vollständig geschlossener Jacke nicht unangenehm direkt am Kinn anliegt.

Keine spektakulären Features – aber genau die kleinen Details, die eine gute Isolationsjacke im praktischen Einsatz ausmachen.

Packmaß

Die ESG lässt sich in ihrer linken Seitentasche verstauen.

Damit benötigt man keinen zusätzlichen Packsack und kann die Jacke relativ kompakt im Rucksack unterbringen.

Mit rund 540 Gramm in Größe M ist sie allerdings keine klassische Ultraleicht-Jacke.

Das sollte sie meiner Meinung nach auch nicht sein.

Die ESG tauscht einen Teil des möglichen Gewichtsvorteils gegen mehr Isolation und vor allem mehr Robustheit.

Wer jedes einzelne Gramm aus seiner Ausrüstung herausoptimieren möchte, findet leichtere Jacken.

Wer dagegen eine Isolationsjacke sucht, die regelmäßig mit Rucksack, Gelände und rauen Oberflächen in Kontakt kommt, dürfte den etwas robusteren Aufbau schnell zu schätzen wissen.

Temperaturbereich und Wärmeleistung

Eine pauschale Temperaturangabe halte ich bei Isolationsbekleidung grundsätzlich für schwierig.

Ob eine Jacke warm genug ist, hängt stark von Aktivität, Wind, Feuchtigkeit, Baselayer, persönlichem Kälteempfinden und der restlichen Bekleidung ab.

Für mich liegt die Stärke der ESG deshalb weniger in einer bestimmten Temperaturzahl als in ihrem Verhalten nach körperlicher Belastung.

Während eines anstrengenden Bergmarsches würde mir die Jacke in vielen Situationen als äußere Isolationsschicht schnell zu warm werden.

Interessant wird sie, sobald die Aktivität sinkt.

Der klassische Fall:

Bergmarsch mit Rucksack, hoher Puls, starkes Schwitzen und ein entsprechend nasser Rücken.

Oben angekommen oder während einer längeren Pause beginnt der Körper schnell auszukühlen.

Genau dann ziehe ich die ESG über.

Auch wenn die darunterliegenden Schichten nassgeschwitzt sind und die Jacke dadurch Feuchtigkeit abbekommt, liefert sie weiterhin eine sehr gute Wärmeleistung.

Und genau das ist für mich eine der wichtigsten Eigenschaften einer brauchbaren Isolationsjacke für den Outdoor-Einsatz.

Einsatzbereich

Ich sehe die Carinthia ESG vor allem als robuste Isolationsjacke für Pausen und Phasen mit niedriger bis mittlerer Aktivität.

Besonders sinnvoll finde ich sie für:

  • Bergmärsche

  • Bergsport

  • Wandern und Trekking

  • Biwak

  • Outdoor-Ausbildung

  • längere Aufenthalte im Gelände

  • Pausen nach körperlich anstrengenden Aktivitäten

  • kalte und feuchte Bedingungen

  • Alltag und Reise

Sie kann natürlich auch während der Bewegung getragen werden. Bei hoher körperlicher Belastung wird die 100-g-Isolation am Rumpf aber entsprechend warm.

Für mich funktioniert sie daher besonders gut nach dem „Stop-and-Go“-Prinzip:

Während der anstrengenden Bewegung bleibt die ESG im Rucksack. Sobald eine längere Pause ansteht oder die Belastung deutlich sinkt, kommt sie als zusätzliche Wärmeschicht darüber.

Durch die Kunstfaserisolation muss man dabei auch keine große Angst davor haben, dass die Jacke mit verschwitzter Bekleidung in Kontakt kommt.

Fazit

Die Carinthia G-LOFT® ESG Jacket ist für mich eine sehr gelungene Kombination aus Wärmeleistung, geringem Gewicht und vor allem Robustheit.

Sie ist mit rund 540 Gramm zwar keine Ultraleicht-Isolationsjacke, möchte das meiner Meinung nach aber auch gar nicht sein.

Ihre Stärke liegt woanders.

Besonders überzeugt hat mich die ESG nach körperlich anstrengenden Aktivitäten. Wenn man nach einem Bergmarsch komplett verschwitzt ist und der Rücken durch Rucksack und Belastung regelrecht nass ist, kann die Jacke einfach darübergezogen werden.

Auch wenn sie dabei selbst Feuchtigkeit abbekommt, wärmt sie meiner Erfahrung nach weiterhin zuverlässig.

Genau diese Eigenschaft möchte ich von einer Isolationsjacke haben, auf die ich mich draußen verlassen möchte.

Der zweite große Pluspunkt ist für mich das robuste Material an Schultern und Armen.

Gerade beim Kontakt mit Felsen oder anderen rauen Gegenständen macht sich der Unterschied zu sehr dünnen Isolationsjacken bemerkbar. Der verstärkte Stoff schützt die empfindlicheren Bereiche vor Abrieb und reduziert damit die Gefahr, sich bei einer unachtsamen Bewegung direkt ein Loch in die Jacke zu reißen.

Dazu kommen durchdachte Details wie die Pulswärmer, der verstellbare Saum, die als Packsack nutzbare Seitentasche und vor allem die großen Mesh-Innentaschen.

Letztere nutze ich gerne, um beispielsweise nasse Socken oder einen verschwitzten Schlauchschal während einer Pause körpernah unterzubringen und anzutrocknen.

Unterm Strich ist die ESG für mich keine Jacke, die mit möglichst spektakulären Features überzeugen will.

Sie macht vielmehr genau das, was eine robuste Isolationsjacke machen soll:

Sie hält warm, funktioniert auch bei Feuchtigkeit und steckt im Gelände einiges weg.

Gerade für Bergmärsche und andere Aktivitäten, bei denen sich anstrengende Bewegungsphasen mit längeren Pausen abwechseln, hat sich dieses Konzept für mich sehr bewährt.

Wer eine extrem leichte Isolationsjacke für den reinen Gewichtsoptimierer sucht, findet sicherlich leichtere Alternativen, wie z.B die Carinthia TLG Jacket

Wer dagegen eine leichte, warme und gleichzeitig robuste Kunstfaserjacke für den tatsächlichen Einsatz im Gelände sucht, sollte sich die Carinthia G-LOFT® ESG Jacket genauer ansehen.